Insel Krk

Insel Krk liegt im Golf von Kvarner und ist die zweitgrößte Insel der Adria. Sie hat eine Fläche von 405,7 km² (38 km lang, bis zu 20 km breit) und 16402 Einwohner. Nördlich der Meerenge Vrbnik–Punat erstreckt sich der flachere, bewaldete, fruchtbare und besiedelte Teil der Insel. Der höher liegende südliche Teil ist hauptsächlich kahl, nur teilweise ist er mit dichtem Wald bedeckt. Baska draga, die mit der Bucht von Baska endet, ist tief in ein Karsttal eingeschnitten. Der höchste Gipfel ist Obvoz (569 m) im südlichen Karstgebiet. Die felsige, steile und kahle nordwestliche Küste ist weder gegliedert noch zugänglich und während der Bora gefährlich. Die südwestliche und südöstliche Küste sind reich gegliedert. Der sanfte Einfluß des Meeres ist an der westlichen und der südwestlichen Küste ausge- prägter. Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt im Januar 5,6 °C und im Juli 24,1°C; die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1000 mm. Zwei kleine Seen (der See von Omisalj in Norden, Jezero genannt, und Ponikve in der Inselmitte) dienen zur Wasserversorgung der umliegenden Dörfer. Von der gesamten Inselfläche entfallen 30,9% auf Wälder; der mediterrane Nadelwald beschränkt sich auf das südwestliche geschützte Küstengebiet. Die Karstlandschaft ist überwiegend kahl. Außer Dobrinja liegen alle größeren Orte (Krk, Baska, Malinska, Njivice, Punat) an der Küste. Krk hat eine gute Verbindung zum Festland: die Brücke von Krk, die die Küstenstraße auf dem Festland (B8/E65) mit der Hauptverkehrstraße (B102) auf der Insel mit dem Norden von Baska verbindet; gute Fährverbindung: Valbiska–Merag (Cres), Baska–Lopar (Rab); Flughafen Rijeka bei Omisalj. Von Silo und Klimno führt eine regionale Verkehrsstraße nach Sveti Vid Moholjice. Auf Krk in Omisalj befindet sich auch ein Ölhafen.


Die Kontinuität der Siedlungen auf Krk reicht vom Neolithikum (Höhlen am Rande von Baska draga, Höhle Vrbnicka spilja) über die Bronze- und Eisenzeit (Burgen und Hügelgräber bei Malinska, Gabonjina, Dobrinja, Vrbnik, Baska) bis zu den heutigen Tagen. Die ältesten bekannten Inselbewohner waren die Liburner. Zur Römerzeit stand an der Stelle der heutigen Stadt Krk die Siedlung Curicum. Vor Krk fand 49 v. Chr. die Seeschlacht zwischen den Flotten Cäsar und Pompeius statt. Im Mittelalter stand Krk unter der Herrschaft von Byzanz, danach Venedigs (seit 1000), eine zeitlang unterstand Krk den kroatischen Herrschern (in der zweiten Hälfte des 11. Jh.) und darauf wurde es wieder von Venedig (bis 1358) regiert. Im Jahre 1118 überließ Venedig anhand eines Vertrags die Insel den Fürsten von Krk, der späteren Familie Frankopan. Im 13. und 14. Jh. waren die Frankopaner eine der mächtigsten kroatischen Adelsfamilien. Seit 1358 erkennen sie die Oberherrschaft der kroatisch - ungarischen Könige an. Das letzte Mitglied dieses Geschlechts stellt die Insel (1480) unter den Schutz Venedigs. So wurde Krk, als letzte kroatische Insel, an das venezianische Dalmatien angeschlossen. In diesem Verband blieb sie bis 1797, danach teilte sie das Schicksal von Dalmatien und Istrien.


In der Vergangenheit war Krk ein herausragendes Zentrum des glagolitischen Schrifttums (das älteste erhaltene glagolitische Denkmal auf Krk ist eine Inschrift aus dem 11. Jh., die aus der einstigen Benediktinerabtei des hl. Laurentius in der Stadt Krk stammt). Der Papst Innozenz IV. erlaubte 1252 in einem Schreiben den Benediktinern aus Omisalj den Gottesdienst in altkirchenslawischer Sprache zu halten; durch diesen an den Bischof von Senj gerichteten Brief wurde der Gottesdienst in slawischer Sprache vom Papst offiziell anerkannt. Zwischen den zahlreichen, auf Krk entstandenen Denkmälern ragen besonders die Tafel von Baska aus Jurandvor bei Baska, die Verfassung Statut vrbnicki (1388) und das mit Miniaturen verzierte Meßbuch Vrbnicki misal aus dem Jahre 1642 heraus. Die Glagoliza ist auf Krk bis zu den ersten Jahrzehnten des 19. Jh. im Gebrauch geblieben. Bemerkenswert ist eine Reihe bedeutender Denkmäler aus verschiedenen Stilepochen der Architektur: von der altchristlichen (Reste der einstigen Doms der Stadt Krk) und der altkroatischen Epoche (St. Donatus bei Punat, St.Chysogonus bei Glavotok) über die Frühromanik (St. Veit bei Dobrinj, St. Lucia in Jurandvor, St. Johannes in Baska) und die reife Romanik (St. Maria in Omisalj, Dom und St. Quirinius in der Stadt Krk) bis zur Gotik (St. Franziskus in der Stadt Krk, Klosterkirche auf Kosljun, Kapelle der Frankopaner im Dom von Krk, Patrizierhäuser in Krk). Die Insel Krk ist in ethnographischer Hinsicht besonders interessant (Volksbräuche, Trachten, Handwerke, archaische cakawische Mundart, Lieder und Volksweisen).


Quelle: kroatische Zentrale für Tourismus


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